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Der Amerikaner Erik ist mit einer Reisegruppe "Europa in 14 Tagen" unterwegs im Londoner Sigmund Freud Museum. Diese Gruppe ist die letzte Führung an diesem Tag. Erik, wie immer etwas verträumt, verläuft sich, kann den Anschluss zu seiner Gruppe nicht mehr finden und wird im Museum eingeschlossen. Müde schläft er auf der legendären Couch des Psychoanalytikers ein und beginnt zu träumen.
Die Gegenstände (FREUDIANA) die ihn umgeben werden lebendig und einige berühmte Fälle aus Sigmund Freuds Praxis geistern durch Eriks Traum. Das von Erik im stillen verehrte Mädchen aus der Reisegruppe wird in seinem Traum als Dora lebendig. Langsam erkennt er seine persönlichen Probleme in den verschiedenen Fällen Sigmund Freuds wieder und er wagt den Gang in den Tunnel, ins ödipale Dreieck, wo er sich von seinem übermächtigen Vater befreit.
Die durch die Traumdeutung gewonnenen Erkenntnisse jener Nacht stärken sein Selbstbewusstsein. Er ergreift darauf die Initiative und spricht „Dora“ an.

 

Vorwort von Andreas Brixler

(Auszug aus "FREUDIANA - Das Buch zum Musical")
FREUDIANA ist kein biografisches Musical über das Leben Sigmund Freuds. Genau so wenig wie dieses Buch ein Musical-Bilderbuch über FREUDIANA sein soll. Die Aufgabe die ich mir gestellt habe ist, das Musical aus dramaturgischer Sicht und alle damit verbundenen Hintergründe darzustellen.

FREUDIANA beschäftigt sich mit TRAUM UND TRAUMDEUTUNG. Erik (die Hauptrolle) kommt in dem Stück über die Wirren eines Traumes zur Selbsterkenntnis und kann sich von seinem übermächtigen Vaterbild lösen: der Ödipuskomplex.
Es ist der Weg zur Selbständigkeit den Erik in jener Nacht im Londoner Sigmund Freud Museum vollzieht. "Wenn es Nachts Tagt"

Das Musical und die Regie von Prof. Peter Weck hält sich an die Thesen, die Freud in seiner TRAUMDEUTUNG aufstellt und hat die gesamte Dramaturgie darauf ausgerichtet. Symbolhaft werden Freuds Fälle in Eriks Traum lebendig. Erik ordnet in seinem Traum jeden Fall einer Person der Reisegruppe zu mit der er auf Europareise ist und die mit ihm das legendäre Freud-Museum in London besuchen.

 

Ständige Überraschungen und plötzliche Szenenwechsel bestimmen das Stück. Wie in einem Traum treffen Wendungen im Verlauf des Stückes aufeinander. Vorhersehbarkeit ist völlig ausgeschlossen. Den roten Faden des Stückes hält Erik in seiner Hand. Er ist es der seinen Traum lebendig werden lässt. Der Zuschauer folgt ihm und muss sich auf plötzliche Änderungen einstellen, denn die Unvorhersehbarkeit prägt das Stück. Alles ist möglich: ein Richter bekommt ein Kind, ein Spiegel wird lebendig und zeigt Erik die Realität, der Wolfsmann und der Rattenmann entspringen einem Kaktus usw. Nur eine Persönlichkeit fehlt: Sigmund Freud. Er wird durch einen blauen Dunst, der für Zigarrenrauch steht, symbolisiert. Denn Sigmund Freud war leidenschaftlicher Zigarrenraucher. Doch einen kurzen Moment ist er auch als Person vertreten, allerdings im Kostüm von Sherlock Holms. Der Detektiv mit den gekonnten Fragestellungen, den Freud zeit seines Lebens gerne gelesen hat. Wieder symbolhaft dafür das ein Analytiker durch Fragen und hinterfragen zu seiner Erkenntnis gelangt. Wer Sigmund Freuds Fallstudien gelesen hat versteht, dass Sigmund Freud durch die Person Sherlock Holmes eindeutig symbolisiert wurde.

Und dennoch, Eriks Traum lässt vieles offen, denn die Zukunft des jungen Mannes bleibt ungewiss.
Die Grundaussage von FREDIANA steckt in der Erkenntnis Eriks am Ende der Show und liegt in der Selbstbestimmung. „Alles liegt in deinen Händen! Alles, alles liegt bei dir!“

In diesem Sinne liegt es nun in Ihren Händen sich ein Bild von FREUDIANA zu machen.

Herzlichst Ihr
Andreas Brixler